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Samstag, 15. Juli 2017

Durch die Lowlands nach Edinburgh

Hallo ihr Lieben,
nun zu der letzten Etappe meiner Schottlandreise im Frühjahr. Die Highlands hinter sich zu lassen ist immer wieder eine Aufgabe, an der ich zu meistern scheitere. Wie es Robert Burns 1789 schon in seinem Gedicht My heart's in the Highlands richtig in Worte fasste:

Farewell to the Highlands, farewell to the north,
The birth-place of valour, the country of worth,
Wherever I wander, wherever I rove,
The hills of the Highlands for ever I love.

Es ging erst einmal zu Loch Lomond, der flächenmäßig der größte See Schottlands ist.

Anschließend ging es nach einem Aufenthalt in Luss weiter zum Linlithgow Palace, einer Schlossruine, die als Wohnsitz der Schottischen Könige diente. Hier kam beispielsweise Mary Stuart zur Welt. Ein Feuer beschädigte 1746 das Schloss so stark, dass es mittlerweile nur noch eine Ruine ist. 
Statue von Mary Queen of Scots

Zurück ging es nach Leith, wo wir den Abend ausklingen ließen und uns von unseren Mitreisenden verabschiedeten, die einem nach 10 Tagen bereits ans Herz gewachsen waren, sodass der Abschied nicht leicht fiel.
Am nächsten Tag packten wir die Koffer und fuhren mit den Bussen quer durch Edinburgh, um noch eine Nacht im Murrayfield Hotel zu verbringen. Es liegt etwas außerhalb der zentralen Innenstadt, ist jedoch einfach wunderschön eingerichtet. 
Den vorletzten Tag verbrachten wir dann noch in Edinburgh. Dort gab es noch einmal die guten Fish and Chips am Grassmarket, wir kletterten noch einmal den Calton Hill hinauf und schlenderten die Royal Mile entlang.
Am letzten Tag hatten wir dann nur noch bis Mittag Zeit, bevor wir zum Flughafen aufbrechen mussten. Wir nutzten diese Zeit, um noch einmal das Georgian House am Charlotte Square zu besichtigen. Dort waren wir bereits im vergangenen Oktober, jedoch hatten wir damals nicht genügend Zeit eingeplant, daher kamen wir noch einmal zurück, um uns alles ganz genau ansehen zu können. Es gab dort auch eine Ecke mit Kostümen der Georgianischen Zeit, ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen so eins direkt anzuprobieren und Bilder zu machen.
Schweren Herzens mussten wir dann am Nachmittag Schottland endgültig hinter uns lassen, doch ich wusste: es war nicht das letzte Mal, dass ich die Gipfel der Highlands zu Gesicht bekommen habe, dass ich an den Bonnie Banks des Loch Lomonds spaziert bin oder dass ich wirklich gute Fish and Chips gegessen habe. 
Und tatsächlich, vor kurzen haben ich und Mama einen Kurztrip für Ende August gebucht. Aber auch  weitere 5 Tage in Schottland sind nicht das, was ich wirklich will: eines Tages möchte ich dort für immer bleiben, so viel ist mit mittlerweile klar.
Ich bin dort einfach glücklich. Die Berge, die Menschen, die Natur, das Gefühl, einfach alles entspricht dem, wonach ich mich sehne. Wer weiß, vielleicht bekomme ich ja eines Tages die Möglichkeit, dort zu bleiben. Ob nun ein Heiratsantrag eines Schottischen Lords oder ein Praktikum, vielleicht kann ich dort studieren, vielleicht arbeiten, wer weiß. 
Ich weiß nur: ich werde nicht aufgeben, bis ich jeden Tag mit dem Blick auf die Highlands beginnen kann, bis ich ein Hochlandrind mein Eigen nennen darf, bis mein Nachname mit Mc-irgnedwas anfängt. 

Dienstag, 11. Juli 2017

Highlands & Islands

Hallo ihr Lieben!
Wir kamen dann die nächsten Tage im Isles of Glencoe Hotel unter, das direkt am Loch Leven in Ballachulish liegt. Gegenüber vom Hotel ragen die Burial Islands aus dem See, welche genau jene Inseln sind, auf denen die Toten des Clans McDonald begraben wurden. Nach dem Massaker von Glencoe 1692 wurde dort auch der letzte McDonald Chief beigesetzt.
Für mich persönlich war dieser Ort das absolute Highlight der Reise. Ich hatte keine großen Erwartungen und war daher vollkommen überwältigt von der Schönheit dieser Gegend. Natürlich war ich auch schon einmal in Glencoe, aber Ballachulish ist einfach der Hammer.
Wir machten den obligatorischen Ausflug auf die Isle of Skye, was gefühlt in jeder Rundreise mit inbegriffen ist. Auf dem Weg kamen wir am Loch Gary vorbei und hielten am Eilean Donan Castle, welches um 1220 gebaut wurde, um Wikingerattacken abzuwehren. Sowohl Braveheart als auch Rob Roy wurden an dieser Burg gedreht.
Ihr seht, ich habe mich mit einem schönen Dudelsackspieler vorm Eilean Conan Castle ablichten lassen. Dudelsackspieler stehen in Schottland ja wirklich an jeder Ecke, an der Tourismus zu erwarten ist. Doch die wenigsten von ihnen sind schön: meist ältere Herren, mal mit, mal ohne Glatze, mal mit, mal ohne Bierbauch. Daher war ich von diesem jungen Herren sehr begeistert (und habe natürlich gleich Hochzeitspläne geschmiedet, obwohl er vermutlich kein Lord war :D)
Weiter ging es dann über die Skyebridge zur Isle auf Skye, der größten Insel der inneren Hebriden. Nach dem Battle of Culloden war Thronanwärter Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie) auf der Flucht vor den Truppen der Cumberlands und floh mit Hilfe von Flora McDonald auf die Insel Skye und konnte von dort aus zurück nach Frankreich fliehen.
Wir machten Halt in Portree, der Hauptstadt der Insel. Letztes Jahr waren wir bereits dort gewesen, jedoch hatte es in Strömen geregnet. Dieses mal hatten wir unglaubliches Wetter (absolut nicht typisch für Schottland!), daher konnten wir uns im strahlenden Sonnenschein am Hafen Fish and Chips schmecken lassen und die Aussicht genießen.
Auf dem Weg zurück nach Ballachulish hielten wir noch am Glenfinnan Monument, welches 1815 gebaut wurde, um an den Ort zu erinnern, an dem 1745 die Standarte von Charles Eduard Stuart zu Beginn des zweiten Jakobitenaufstands gehisst wurden. Geknipst habe ich dieses Bild von einem Aussichtspunkt, von dem aus man, hätte man sich 180° herum gedreht, auch das Glenfinnan Viadukt gesehen hätte. Also die Brücke über die der Harry-Potter-Zug fährt. Als Nicht-Fan und dafür Geschichtsliebhaber, hab ich mich jedoch deutlich mehr für das Monument interessiert. 
Der Tag endete wieder in Ballachulish und Mama und ich verbrachten den Abend damit, durch die Wildnis um den Loch Leven zu wandern und uns die Burial Islands anzusehen. Dasselbe machten wir dann auch noch am nächsten Morgen vorm Frühstück (ich muss einmal lobend erwähnen, dass meine Mama mit mir um 5 Uhr aufgestanden ist, um den Sonnenaufgang mit mir betrachten zu können. Eigentlich bin ich der einzige Frühaufsteher in der Familie).
Anschließend mussten wir uns von diesem Ort verabschieden, den wir so sehr in unser Herz geschlossen hatten und brachen auf, um zurück nach Edinburgh zu fahren. Der Weg führte uns durch Glencoe, das Tal der Tränen, in dem 1692 das Massaker an dem Clan McDonald durch die Campbell durchgeführt wurde. Ich werde euch nun die ganzen blutigen Details dieser Geschehnisse ersparen, obwohl es wirklich eins meiner Lieblingsthemen der Schottischen Geschichte ist, über das ich immer wieder gerne Leute belehre.