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Dienstag, 11. Juli 2017

Highlands & Islands

Hallo ihr Lieben!
Wir kamen dann die nächsten Tage im Isles of Glencoe Hotel unter, das direkt am Loch Leven in Ballachulish liegt. Gegenüber vom Hotel ragen die Burial Islands aus dem See, welche genau jene Inseln sind, auf denen die Toten des Clans McDonald begraben wurden. Nach dem Massaker von Glencoe 1692 wurde dort auch der letzte McDonald Chief beigesetzt.
Für mich persönlich war dieser Ort das absolute Highlight der Reise. Ich hatte keine großen Erwartungen und war daher vollkommen überwältigt von der Schönheit dieser Gegend. Natürlich war ich auch schon einmal in Glencoe, aber Ballachulish ist einfach der Hammer.
Wir machten den obligatorischen Ausflug auf die Isle of Skye, was gefühlt in jeder Rundreise mit inbegriffen ist. Auf dem Weg kamen wir am Loch Gary vorbei und hielten am Eilean Donan Castle, welches um 1220 gebaut wurde, um Wikingerattacken abzuwehren. Sowohl Braveheart als auch Rob Roy wurden an dieser Burg gedreht.
Ihr seht, ich habe mich mit einem schönen Dudelsackspieler vorm Eilean Conan Castle ablichten lassen. Dudelsackspieler stehen in Schottland ja wirklich an jeder Ecke, an der Tourismus zu erwarten ist. Doch die wenigsten von ihnen sind schön: meist ältere Herren, mal mit, mal ohne Glatze, mal mit, mal ohne Bierbauch. Daher war ich von diesem jungen Herren sehr begeistert (und habe natürlich gleich Hochzeitspläne geschmiedet, obwohl er vermutlich kein Lord war :D)
Weiter ging es dann über die Skyebridge zur Isle auf Skye, der größten Insel der inneren Hebriden. Nach dem Battle of Culloden war Thronanwärter Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie) auf der Flucht vor den Truppen der Cumberlands und floh mit Hilfe von Flora McDonald auf die Insel Skye und konnte von dort aus zurück nach Frankreich fliehen.
Wir machten Halt in Portree, der Hauptstadt der Insel. Letztes Jahr waren wir bereits dort gewesen, jedoch hatte es in Strömen geregnet. Dieses mal hatten wir unglaubliches Wetter (absolut nicht typisch für Schottland!), daher konnten wir uns im strahlenden Sonnenschein am Hafen Fish and Chips schmecken lassen und die Aussicht genießen.
Auf dem Weg zurück nach Ballachulish hielten wir noch am Glenfinnan Monument, welches 1815 gebaut wurde, um an den Ort zu erinnern, an dem 1745 die Standarte von Charles Eduard Stuart zu Beginn des zweiten Jakobitenaufstands gehisst wurden. Geknipst habe ich dieses Bild von einem Aussichtspunkt, von dem aus man, hätte man sich 180° herum gedreht, auch das Glenfinnan Viadukt gesehen hätte. Also die Brücke über die der Harry-Potter-Zug fährt. Als Nicht-Fan und dafür Geschichtsliebhaber, hab ich mich jedoch deutlich mehr für das Monument interessiert. 
Der Tag endete wieder in Ballachulish und Mama und ich verbrachten den Abend damit, durch die Wildnis um den Loch Leven zu wandern und uns die Burial Islands anzusehen. Dasselbe machten wir dann auch noch am nächsten Morgen vorm Frühstück (ich muss einmal lobend erwähnen, dass meine Mama mit mir um 5 Uhr aufgestanden ist, um den Sonnenaufgang mit mir betrachten zu können. Eigentlich bin ich der einzige Frühaufsteher in der Familie).
Anschließend mussten wir uns von diesem Ort verabschieden, den wir so sehr in unser Herz geschlossen hatten und brachen auf, um zurück nach Edinburgh zu fahren. Der Weg führte uns durch Glencoe, das Tal der Tränen, in dem 1692 das Massaker an dem Clan McDonald durch die Campbell durchgeführt wurde. Ich werde euch nun die ganzen blutigen Details dieser Geschehnisse ersparen, obwohl es wirklich eins meiner Lieblingsthemen der Schottischen Geschichte ist, über das ich immer wieder gerne Leute belehre.

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